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Nachricht vom: 28.10.2011
Demonstranten fordern: Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!
Am 26.10.2011 fand vor dem Europäischen Patentamt (EPA) in München eine Demonstration gegen Patente auf Pflanzen und Tiere statt.
Die 300 an der Demonstration teilnehmenden Landwirte/innen, Umweltschützer/innen und Vertreter/innen von Entwicklungshilfeorganisationen fordern, dass die Patentvergabe an Pflanzen und Tieren an Agrar-Konzerne beendet wird. Denn es sind Patente auf unsere Lebensgrundlage.
Ein Präzedenzfall für umstrittene Patentvergaben ist das Brokkoli-Patent des US-Agrarkonzerns Monsanto. Nachdem das Europäische Patentamt vergangene Woche angekündigt hatte, das Patent auf Brokkoli aus traditioneller Zucht aufrecht zu erhalten, fordern die Redner jetzt Konsequenzen von der Politik.
Christoph Then, Patent-Berater von Greenpeace und Sprecher des Bündnisses „Keine Patente auf Saatgut!“, fordert die Bundesregierung auf, rechtliche Schritte gegen das Patent zu ergreifen. „Agrarministerin Ilse Aigner muss gegen das Brokkoli-Patent Klage beim deutschen Bundespatentgericht einreichen“, sagt Then. „Nach den europäischen Patentgesetzen dürfen Pflanzensorten und deren Züchtung nicht patentiert werden. Die Interessen der Verbraucher, Landwirte und Züchter müssen von der zuständigen Ministerin geschützt werden.“ Bereits im Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung festgeschrieben, Patente auf Lebensmittel nicht dulden zu wollen.
Zudem wurde betont, dass Landwirte/innen und Züchter/innen unbeschränkt Zugriff auf Saatgut brauchen, da andernfalls die Grundlage der Welternährung gefährdet wird.
Nähere Informationen unter www.no-patents-on-seeds.org.

