Ernährung nachhaltig gestalten – eine Herausforderung für die Zukunft

Was macht nachhaltige Ernährung aus? Die Umwelt- und Klimabelastung? Faire Preise? Die Qualität unserer Lebensmittel? Deren Herkunft? Deren werterhaltende Verarbeitung?

Während der Begriff „nachhaltige Ernährung“ relativ neu ist, wird das Wort „Nachhaltigkeit“ zurzeit in nahezu jedem Zusammenhang verwendet – sei es in Politik, Wissenschaft, Bildung oder Werbung. Doch die Bedeutung von Nachhaltigkeit unterliegt dabei der jeweiligen Interpretation

An der Technischen Universität München (TUM) werden Studiengänge angeboten, die das Thema Ernährung aus verschiedenen Perspektiven behandeln. So können Studenten beispielsweise eine Ausbildung in Ökologie, Agrarwissenschaften, Lebensmittelchemie und -technologie, Verbraucherwissenschaften oder Lehramt absolvieren. Mit dem neuen Fach „Nachhaltige Ernährung“ soll die Synthese dieser einzelnen Disziplinen gelingen. Denn eines ist sicher: Nachhaltige Ernährung ist mehr als „nur“ gesunde Ernährung, mehr als „nur“ schonende Verarbeitung und mehr als „nur“ Verzicht auf Pestizide.

Mit dem neuen Lehrangebot werden interdisziplinäre Aufbau-Seminare angeboten, die die Studenten und Dozenten der verschiedenen Studiengänge zusammen bringen. Das Fach vermittelt den Zusammenhang zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfung von der Lebensmittelerzeugung bis zum Verzehr. Die Funktionsweise der Wertschöpfungskette mit all ihren Vor- und Nachteilen wird deutlich gemacht und das Bewusstsein für die einzelnen Abschnitte geschärft. Absolventen, die in ihrer jeweiligen Fachrichtung arbeiten, nehmen dieses Wissen in ihr Berufsleben mit und können vor diesem Hintergrund die Wertschöpfungskette entsprechend aktiv mitgestalten.

Das Fach wird am Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der TUM aufgebaut und am Lehrstuhl Wirtschaftslehre des Landbaues verankert. Dr. Karl von Koerber, Ökotrophologe und langjähriger Mitarbeiter von Prof. Dr. Leitzmann, übernimmt die Hauptkoordination und führt in Kooperation mit Dozenten verwandter Fachrichtungen die Lehrveranstaltungen durch. Zusätzlich werden eine wissenschaftliche Assistenz und ein/e wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in eingestellt.

In den ersten sechs Jahren erfolgt die Finanzierung der Arbeit über Stiftungsgelder und Spenden. Anschließend soll das Fach von der TUM getragen werden. Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützt das Projekt in den ersten vier Jahren mit insgesamt 20.000 €. Weitere Zuwendungen sind abhängig vom Erfolg der Lehrveranstaltung und der finanziellen Entwicklung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

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