Das Tier im Mittelpunkt - Tierzuchtfonds für eine ökologische Tierzucht

Größer, schneller, einheitlicher - die heutige Nutztierzucht ist hoch spezialisiert. Manche Rassen sind auf Rekordleistungen bei Eiern und Milch getrimmt, andere setzen in kürzester Zeit viel Fleisch an. Das Tier wird als Objekt der industriellen Produktion optimiert. Krankheitsanfälligkeit und geringe Lebenserwartung sowie der Verlust biologischer Vielfalt sind die Folge. Die Tiere bezahlen diese Entwicklung häufig mit Schmerzen und Leiden.

Dies ist mit den ethischen Ansprüchen des ökologischen und biologisch-dynamischen Landbaus nicht vereinbar. Denn: Mit der Haltung unserer Nutztiere übernehmen wir Verantwortung für deren Wohlbefinden.  Daher muss in einer zukunftsfähigen Züchtung das Tier als Mitgeschöpf im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen.

Dafür setzt sich der Tierzuchtfonds ein!

Diese gemeinsame Initiative des Deutschen Tierschutzbundes, der Schweisfurth-Stiftung und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft wurde 2004 ins Leben gerufen. Ziel ist es, bestehende und neue Initiativen zu vernetzen und zu unterstützen, die sich für eine artgemäße Tierzucht im biologischen Landbau einsetzen.

Mit Hilfe engagierter Spenderinnen und Spender fördert er Tierzuchtfonds Projekte, die mit ihrer konkreten Arbeit zur Etablierung langlebiger, widerstandsfähiger Nutztiere mit ausgeglichenem Temperament beitragen. Denn nur Tiere mit einer gesunden Gesamtentwicklung sind in der Lage, bei ganzjähriger Freilandhaltung stabile Leistungen hervorzubringen und sich natürlich fortzupflanzen. Im Gegensatz zur sogenannten "modernen Tierzucht" wird dabei auf bio- und gentechnologische Verfahren wie Embryonentransfer, Klonen und gentechnische Manipulation verzichtet.

Projektziele sind u. a.:

  • Zucht eines "Zweinutzungshuhns": Eier und Fleisch von einem Huhn statt millionenfaches Töten männlicher Küken
  • Zucht von freilandtauglichem Lege- und Mastgeflügel für artgerechte Haltungsformen
  • Mehrfachnutzung bei Milchviehrassen: Milch und Fleisch von einem Rind
  • Erhalt bedrohter Rassen samt deren genetischem Potential und Genusswert
  • natürliche Methoden der Fortpflanzung (kein Einsatz von Embryotransfer, Klonen und Gentechnik)
  • Erhalt und Nutzung der biologischen Vielfalt in den Regionen

Unter www.tierzuchtfonds.de finden Sie zahlreiche Projektbeispiele, die der Tierzuchtfonds fördern konnte.

Doch diese Arbeit steht noch am Anfang. Denn sowohl finanziell als auch hinsichtlich der öffentlichen Aufmerksamkeit für dieses Thema besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. Aus diesem Grund koordinierte der Tierzuchtfonds das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) geförderte Netzwerk Ökologische Tierzucht.

Dieses Projekt brachte Organisationen und Einzelpersonen in Kontakt zu einander, die sich für die biologische Tierzucht engagieren. Es unterstützte die inhaltliche Vernetzung aller Beteiligten, diskutierte wissenschaftliche Fragen zum Thema, stieß praktische Vorhaben an und leistete intensive Öffentlichkeitsarbeit zum Thema. Aufgrund fehlender Fördermittel wurde die offizielle Fortführung des Netzwerkes mit einer Abschlusstagung im März 2007 beendet.

Um die Arbeit der einzelnen Initiativen weiterhin zu ermöglichen, sammelt der Tierzuchtfonds Spenden, die auf Antrag als Fördermittel für innovative, dringend notwendige Vorhaben vergeben werden können. Helfen auch Sie uns dabei! Unterstützen Sie die artgemäße Zucht landwirtschaftlicher Nutztierrassen als Grundlage für die artgerechte Tierhaltung im ökologischen und biologisch-dynamischen Landbau.

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